Benzingespräche in Hechingen


hintere Reihe von links: Arsenius Butscher - Frau Maier - Wolfgang Klenk - Gottlob Schweikardt - Claude Lambert - Horst Burkhardt - Heiner Vester - Frau Lambert
vordere Reihe: Siegfried Maier - Walter Koschine - Frau Vester - Rolf Korrmann - Rolf Eggersdorfer

Wenn die beiden großen Tageszeitungen "Hohenzollerische Zeitung" und "Schwarzwälder Bote" in ihren Ausgaben für Hechingen vom 9.5.2006 über dieses Treffen unter den Überschriften "Faszination Rennsport" respektive "Rennfahrer frischen ihre Erinnerungen auf" berichtet haben, dann dürfte wohl etwas dran gewesen sein an diesem Treffen "Ehemaliger".
Schon bei der Ankunft auf dem Schloßplatz in Hechingen gab es die ersten Gespräche, hatte man sich doch teilweise -zig Jahre nicht mehr gesehen. Kein Wunder, dass es bei dieser Konstellation nie an Gesprächsstoff mangelte.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei der Stadt Hechingen bedanken, die mit Herrn Bangert einen sach- und fachkundigen Vertreter der Materie geschickt hatte, der die Teilnehmer namens der Stadt freundlich begrüßte und jedem Anwesenden eine interessante Mappe mit Material über die Stadt Hechingen überreichte. Außerdem führte er am frühen Nachmittag noch einen kostenlosen (!) Museumsbesuch für alle Beteiligten an diesem Treffen durch - vielen Dank, Herr Bangert, vielen Dank, Hechingen. Vielen Dank auch an Horst Burkhardt vom Fiat-Autohaus Burkhardt, der praktisch eine Doppelfunktion erfüllte. Zum einen brachte er als Bürger Hechingens seine Kenntnisse über die Stadt ein, und zum anderen war er natürlich als zweimaliger Vizeweltmeister im Gespannsport sofort mitten
drin in den Benzingesprächen. Dabei spielten alte Fotos natürlich eine wichtige Rolle bei der Unterhaltung, wie auf dem rechten Bild zu sehen, auf dem Horst Burkhardt und Claude Lambert ihre Schnappschüsse austauschen, während Heiner Vester, Siegfried Maier und Wolfgang Klenk interessiert zusehen.

Zum gemeinsamen Mittagessen ging es dann auf die Burg Hohenzollern. Inzwischen hatten sich, zusätzlich zu dem Personenkreis vom obigen Gruppenfoto, noch der Schweizer Werner Spinnler und der frühere Rennsportfotograf Werner Rehwagen mit Sohn Heiner aus Stuttgart eingefunden . Schade, dass Frau Scheidegger, auf Empfehlung ihres Schweizer
Arztes, nicht mit Werner Spinnler anreisen konnte. So fungierte Werner Spinnler für Claude Lambert (linkes Foto) ein wenig als Dolmetscher, denn Claude stammt ja aus dem französischsprachigen Genf. Aber so fleißig, wie sich Claude um die Bedienung seines PCs bemühte und um Kontakte über Internet, so sehr bemühte er sich auch, seine deutschen Sprachkenntnisse aus seiner aktiven Rennfahrerzeit zu verbessern - Respekt vor seiner Lernbegierde.

Leider war Gert Bender nicht anwesend, so dass für den jüngsten der "Ehemaligen", Walter Koschine, der entsprechende Ansprechpartner dieser Altersgruppe fehlte. Bedauert wurde auch, dass Rainer Gundel hat absagen müssen. Mit Siegfried Maier und Wolfgang Klenk wäre sicher so manches Rennen aufzuarbeiten gewesen.

Zurückhaltend, aber bei Bedarf stets präsent, war Herr Bangert, ein sehr angenehmer Vertreter für die Stadt Hechingen (Foto oben links mit Arsenius Butscher). Seine Sachkunde in Fragen Rennsport war von allen Teilnehmern angenehm zu spüren. Auf dem oberen rechten Foto, welches die "Haudegen" Maier, Klenk und Vester zeigt, ging es im Gespräch natürlich um die gute alte Zeit. Dabei bot die Burg Hohenzollern den passenden "Hintergrund". Als sehr angenehm empfand die "Veteranengruppe" auch, dass Herr Bangert die interessierten Teilnehmer vor dem Kaffeetrinken noch zu einem Besuch des Museums ins alte Schloß eingeladen hatte (Foto unten).
Nachdem "die echte Kultur" auf der Burg Hohenzollern und beim Museumsbesuch nicht zu kurz gekommen war, erlebte natürlich an der Kaffeetafel im Gasthof und Hotel Mohren am Schlossplatz auch die "Rennsportkultur" in Form von Gesprächen und Erlebnisberichten längst vergangener Zeiten einen weiteren Höhepunkt dieses Tages. Dabei war so mancher Bericht selbst für die Anwesenden neu. Eine der oft gestellten Fragen war jene an Horst Burkhardt, warum er zum Beispiel ausgerechnet nach zwei Vizeweltmeistertiteln mit dem Schweizer Fritz Scheidegger seine Karriere beendete, aber dann doch wieder in den Seitenwagen des Scheidegger-Konkurrenten Camathias gestiegen war? Die Anwesenden erfuhren dabei, dass eigentlich beide, sowohl Scheidegger als auch Burkhardt, nach der Saison 1961 wegen fehlender Unterstützung von BMW ihre Rennkarriere beenden wollten. Als
dann im Frühjahr 1962 Florian Camathias "nur für ein Rennen" einen Beifahrer suchte, konnte Horst Burkhardt, nebenher auch noch mit der Meisterprüfung im KFZ-Handwerk beschäftigt, nicht nein sagen. Aus dem einen Rennen wurden aber mehrere bis zur TT auf der Isle of Man. Ein schwerer Unfall dort beendete dann endgültig Horst Burkhardts Karriere.
Inzwischen hatte sich auch Fritz Scheidegger, jetzt mit besserem Material ausgestattet, zum Weitermachen entschlossen. Da Horst Burkhardt ja inzwischen bei Camathias "aushilfsweise" im Beiwagen mitfuhr, suchte und fand Scheidegger in dem Engländer Robinson einen neuen Co-Piloten. Dadurch kam es kurzzeitig zu einem Zerwürfnis zwischen Scheidegger und Burkhardt, welches aber durch ein klärendes Gespräch bald wieder ausgeräumt war.
Solche und ähnlich interessanten Geschichten machten den gesamten Tag die Runde. Mit Fug und Recht darf ich rückblickend sagen, dass das, bestimmt nicht nur für mich, ein höchst spannender Tag war und jede Minute, die es für die Organisation brauchte, sich gelohnt hat. An dieser Stelle gilt mein Dank allen Teilnehmern für ihr Erscheinen, der Stadt Hechingen und dem Gasthof und Hotel Mohren für die Unterstützung, auch wenn es vielleicht für letztgenannte nicht das eventuell erwartet große Geschäft war. Da Nichts und Niemand perfekt ist, würde ich mich über Hinweise per E-mail oder Anrufe von Teilnehmern freuen, die mir ihre "Verbesserungsvorschläge" mitteilen möchten.

...weisst Du noch...? Arsenius Butscher und Horst Burkhardt im angeregten Gespräch...

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