Eine
Kuriosität der damaligen Zeit stellt sein Sieg mit der 250-ccm-NSU-Sportmax
beim Eifelrennen auf dem Nürburgring 1959 dar. Hans Fischer, von MZ als Sieger
“vorbestimmt”, bekam in der letzten Runde Ärger mit seiner Kupplung. Walter
Brehme, in Führung liegend und davon nichts ahnend , wollte der Stallorder
Genüge leisten und ließ seinen “Stallgefährten” in der letzten Links-Kurve vor
dem Ziel passieren - wider Erwarten war das aber aufgrund der Fischer´schen
Probleme Rudi Thalhammer. Es war sein erster internationaler Sieg. Auch der
3.Platz im Jahr 1960 am Sachsenring mit einer 350 ccm-Norton gehört zu
seinen besten Platzierungen , wobei nur John Hempleman und Jim Redman vor ihm
das Ziel erreichten .
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Rudi rückte
in die Elite der Privatfahrer auf. Die 350-ccm-WM-Läufe 1961 in Hockenheim und
im schwedischen Kristianstad brachten 3. bzw. 4. Plätze. Dabei ließ er solche Könner wie Frank Perris, Ralph
Rensen, Ron Langston und Mike Duff hinter sich. Seine Norton, die ihn am
Sachsenring leider bereits in der
ersten Runde im Stich gelassen hatte, war mit dem von Landsmann Michael
Schafsleitner entwickelten 6-Gang-Getriebe ausgerüstet, für damalige
Verhältnisse eine technische Besonderheit. Diesem fehlte es aber offensichtlich noch an Zuverlässigkeit, so
dass den
zwei genannten Spitzenrängen eine zu hohe Zahl an Ausfällen entgegenstand. Den
6. Schlussrang der WM teilte er sich mit dem Iren Ralph Rensen.
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So
hoffnungsvoll das Jahr 1962 mit einem Kopf-an-Kopf-Zieleinlauf mit Mike Duff
beim Eifelrennen begann (2.Platz), so brüsk wurde durch einen sehr schweren
Unfall während des freien Trainings zur Isle-Of-Man-T.T. nicht nur die Saison
beendet, sondern letztendlich auch die Karriere des damals gerade 27-Jährigen unterbrochen. In dem
Bestreben, jede Möglichkeit zum noch besseren Kennen lernen des Mountain
Circuits zu nutzen, kollidierte Rudi am frühen Morgen bei nichtabgesperrter
Straße mit dem Castrol-Servicefahrzeug.
Schwerste Verletzungen, so komplizierte Brüche beider Beine, fesselten ihn
lange Zeit an das Krankenbett. Aber Rudi
wäre nicht Rudi, wenn er danach dem Rennsport entsagt hätte. 1965 wurde er
nochmals Österreichischer Staatsmeister mit einer 350er Jawa, gewann u.a. in
Tubbergen und Le Mans und holte mit einer Werks-CZ am Salzburgring 1966 den
dritten Platz. Ein weiterer schwerer Sturz im gleichen Jahr in Jicin - er brach
sich dabei das Becken - stellte einen erneuten Rückschlag dar. 1968 kam er
nochmals - nun als verheirateter Mann - mit 2 Aermacchis zum Sachsenring , aber
nach einem erneuten schweren Sturz zu Beginn der Saison 1969 in Salzburg
(Oberschenkelbruch) hing er den Helm endgültig an den Nagel, zumal sich mit der
Familie und dem kleinen Sohn Rudi auch andere Verpflichtungen ergeben hatten.
In größeren
zeitlichen Abständen traf sich der Autor mit dem Mann wieder, den er 1960 und
1961 am Sachsenring betreut hatte. So 1986 zur Verabschiedung des alten
Masaryk-Ringes, 1997 zu “70 Jahre Sachsenring”, während des “Centennial Classic
GP” in Assen 1998 und zuletzt im Juli 2004 zu den Feierlichkeiten anlässlich der
50.Wiederkehr des Weltmeistertitels von Rupert Hollaus im
niederösterreichischen Traisen. Und es werden noch einige Treffen folgen, da
bin ich mir sicher !
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| Autor: Frank Bischoff |