Resultate Match-Race

Resultate Sprint-Race

Resultate Gold-Race

Aktion und tolle Rennatmosphäre, wie in guten alten Zeiten...

1. Lauf zur Sidecar-WM 2006 auf dem Schleizer Dreieck

Bevor ich meinen kurzen Bericht über die Auftaktveranstaltung der Sidecar-WM 2006 beginne möchte ich eines festhalten: trotz einiger Wetterkapriolen, die Veranstalter am Schleizer Dreieck haben sich ein Sonderlob verdient. Angefangen vom Einlassdienst bis hin zu den Aktiven, überall spürte man die Verbundenheit der Beteiligten mit dem Schleizer Dreieck. Weiter so...
Zuschauerrinnen Natürlich ist nichts so perfekt, als das man es nicht noch besser machen könnte. So finde ich zum Beispiel das Reglement bei den Match-Rennen sehr gewöhnungsbedürftig. So wäre es sicher für die Zuschauer übersichtlicher, würde man nur nach den Platzierungen gehen, statt auch die Zeit heran zu ziehen. Hier sollte eine Änderung im Reglement eine Überlegung wert sein.
Das Finale des Match-Race am Samstag brachte einen überraschenden Ausgang. Nachdem die Vorjahresweltmeister, die Brüder Reeves gleich zu Beginn die Segel streichen mussten, kam es zu einem tollen Vierkampf zwischen den beiden Paarungen aus Finnland Manninen / Kuismanen und Päiverinta / Aalto, sowie der englischen Paarung Muldoon / Knapton und dem französischen Gespann Delannoy / Bidault. Unter der Beobachtung solch hübscher Teammitglieder (Foto rechts) blieb den Franzosen gar nichts anderes übrig als auf einen Podestplatz zu fahren. Am Ende wurde es der silberne zweite Platz hinter Tero Manninen mit Beifahrer Pekka Kuismanen. Als Dritte bestiegen die Engländer Stuart Muldoon mit Beifahrer Paul Knapton das Siegerpodest (Foto unten).

Leider war der Engländer Tom Hanks vom Hänni Racing Team nicht in Schleiz angereist. Sein Gespann stand unbenutzt im Team-Zelt. Er war schon auf dem Weg zu den Gespannrennen auf der Isle of Man. Einesteils verständlich, denn die Summen welche auf der IOM "fließen" kann man bei der Gespann-WM (noch) nicht zahlen. Andererseits, was überhaupt sind dann noch Verträge und Abmachungen wert?
Manninen und Delannoy Die Rennen am Sonntag wurden von den Wetterkapriolen bestimmt. Regenreifen oder Slicks war die große Frage. Wer anfänglich auf die scheinbar falschen Reifen gesetzt hatte konnte später frohlocken - oder auch umgekehrt. So kam es oft zu tollen Verfolgungsjagden, wie zum Beispiel im linken Foto zwischen Delannoy / Bidault (innen) und Manninen / Kuismanen. Die Finnen hatten mit Slicks-Reifen hoch gepokert und erreichten nach toller Aufholjagd bei abtrocknender Strecke noch einen großartigen zweiten Platz, während die Franzosen sich noch als Vierte in das Ziel retteten. Überhaupt boden die finnischen Gespanne während des gesamten Wochenendes sehenswerte Leistungen. Auf dem Foto unten ist Pekka Päivarinta mit Beifahrer Aki Aalto (44) auf der Verfolgung der Reeves-Brüder (77) aus England. Diese Reevesführten von Beginn an das Gold-Race an und zeigten dabei ihre besondere Klasse. Päivarinta / Aalto belegten am Ende des Gold-Race Platz drei.
Das Sprint-Race über die halbe (11 Runden) Gold-Race Distanz endete zur Überraschung der anwesenden reichlich 10 Tausend Besucher - keine schlechte Zahl bei diesem Wetter - in umgekehrter Reihenfolge wie auf dem Foto zu sehen: Päivarinta / Aalto vor den Reeves-Brüdern und Manninen / Kuismanen. Eine sehr gute Vorstellung boten hier Mike Roscher mit Beifahrer Adolf Hänni. Sie landeten am Ende auf den guten fünften Rang, hinter den Engländer Muldoon / Knapton. Das verdient schon deshalb besondere Anerkennung, weil sie im Match-Race über die kurze 3-Runden Distanz in ihrem Halbfinale Platz 2 belegt hatten, aber wegen der oben schon kritisierten Zeitenregelung sich trotz dieses Platzes nicht für den Endlauf qualifiziert hatten. Das ist für die Zuschauer schon etwas unübersichtlich.Familie Hinter Roscher / Hänni belegte das englische Gespannpaar Knight / Knight den sechsten Platz. Eigentlich schon rein sportlich eine bemerkenswerte Leistung. Das Besondere daran ist aber, dass es sich (linkes Foto) um eine Vater-Sohn Paarung handelt und das auch schon Großvater Knight einst ein, zumindest auf der Insel, bekannter Sidecar-Pilot war. Drei Generationen Seitenwagenrennsport - wenn das nicht eine besondere Anerkennung wert ist...
Trotz des nicht sonderlich guten Wetters darf man den Start zur Seitenwagen-WM 2006 auf dem Schleizer Dreieck als sehr gelungen bezeichnen. Die Fans am Sachsenring, wo im Rahmen des Moto-GP auch ein Sidecar-WM Lauf stattfindet, dürfen sich schon jetzt auf puren Rennsport freuen...

Kuismanen, Manninen, die Reeves Brüder, Aalto, Päivarinta - Siegerehrung nach dem Goldrace


©: Rolf Eggersdorfer - alle Fotos von: Jürgen Müller, Frank Bischoff, Stefan Schlegel


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