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Der Gespannrennsport durchlebte in den
vergangenen Jahren eine schwere Zeit. Der absolute Tiefpunkt wurde 2004
erreicht, als die Weltmeisterschaft in Schleiz sich lediglich auf ein Wochenende
beschränkte. Unter der Obhut eines deutschen Promoters - Superside - wurde in
dieser Saison ein Neuanfang vollzogen. Über die vergangene Saison und über die
Zukunft des Seitenwagensportes unterhielten wir uns mit Serienmanager Carsten
Sauer.
Mit dem Einstieg der Firma Superside in die Gespannweltmeisterschaft werden
neue Wege bestritten. Wie hat sich ihr Konzept auf den sportlichen Ablauf
ausgewirkt? Sauer: „Zunächst kann ich sagen, wir haben eine sehr erfolgreiche Saison hinter uns. Bis zu den Rennen in Rijeka gab es einen spannenden Kampf um den Weltmeistertitel. Nach der Formel 1, DTM und Motorrad Grand Prix verzeichneten wir den größten Zuschauerzuspruch. Selbst auf dem Sachsenring, als die WM längst entschieden war, stießen wir noch auf ein großes Interesse. Sicherlich gibt es noch einige Kritikpunkte, die es über kurz oder lang abzustellen gilt. Ich denke dabei an die professionelle Darstellung der Teams, insbesondere die Außendarstellung lässt derzeit bei vielen noch zu wünschen übrig. Aber auch solche Vorkommnisse wie in Rijeka dürfen nicht passieren. Es kann nicht sein, dass sich mitten in der Saison um ein klar definiertes Reglement gestritten wird und dann mit dem Rückzug von Jörg Steinhausen, eines Titelfavoriten, aus der Weltmeisterschaft endet. Solche Angelegenheiten sind nicht gerade förderlich. Halten Sie auch in Zukunft an den drei Rennformen - Match-, Sprint- und Gold Race - fest? Sauer: „Ja. Allerdings haben wir festgestellt, dass die Matchraces nur auf kurzen Strecken, wie zum Beispiel in Brands Hatch für richtig Spannung sorgen. Wir denken deshalb auch darüber nach die Starterzahlen bei den Ausscheidungsrennen zu erhöhen. Sankt Petersburg stand auf dem Plan in dieser Saison, doch der Lauf wurde kurzfristig an den Sachsenring vergeben! Sauer: „Leider mussten wir feststellen, dass die von uns geforderten Umbauarbeiten nicht termingerecht fertiggestellt werden konnten. Ein Lauf in Russland wird es in naher Zukunft nicht geben. In diesem Zusammenhang möchte ich mich für die hervorragende Zusammenarbeit bei den Verantwortlichen auf dem Sachsenring bedanken, die kurzfristig in die Bresche sprangen. Es war nicht einfach hier alle Interessen unter einen Hut zu bringen. Stehen im nächsten Jahr technische Veränderungen an? Sauer: Nein, wir setzen bei Superside auf Konstanz, auch die 30 Kilogramm Zusatzgewicht nach drei Siegen bleiben bestehen. Wie setzt sich im nächsten Jahr der Terminkalender zusammen? Sauer: „Ich kann Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Rennstrecke benennen auf der wir an den Start gehen werden, da wir gegenwärtig in den abschließenden Verhandlungen stehen. Fest steht aber, die Meisterschaft setzt sich erneut aus acht Schauplätzen zusammen, zwei davon werden in Deutschland sein. In der Saison 2007 sind wir dann reif für unser erstes Überseerennen, ob dies in Amerika, Australien oder sonst wo sein wird lasse ich bewusst noch offen. In der vergangenen Saison gastierte Superside dreimal in Deutschland, eine Station davon war Schleiz. Was können Sie uns zur Veranstaltung auf dem Ostthüringer Kurs sagen? Sauer: „Es war sicherlich ein Highlight, zumal wir als eigenständige Veranstaltung auftraten. Der Zuschauerzuspruch und die Begeisterung waren sehr hoch. Doch muss ich auch klar sagen die Infrastruktur in Schleiz ist nicht mehr auf dem Stand der Dinge. Wir könnten keinesfalls unsere Rennen komplett auf solchen Strecken wie Schleiz austragen. Das Fahrerlager und die Boxenanlagen sind doch sehr grenzwertig. Keinesfalls denke ich daran überall goldene Wasserhähne vorzufinden, aber ein gewisser Mindeststandart sollte schon vorhanden sein. Wir möchten jedoch keinen Beitrag dazu leisten die Streckenbesitzer zu ruinieren, wie es vielfach schon passiert ist. Das Gespannfeld setzt sich derzeit in der Überzahl aus britischen Teams zusammen, die ehemaligen Gespannnationen wie Deutschland und die Schweiz, sowie andere mitteleuropäische Nationen sind oftmals nur spärlich vertreten. Wird es hier in Zukunft eine Änderung geben? Sauer: „Wir sind bestrebt gerade in diesem Bereich einen Ausgleich zufinden und bei der Auswahl der permanenten Teams in der kommenden Saison darauf achten. Im deutschsprachigen Raum wird Superside verstärkt auf Talentsichtung gehen. Mit einer kontinuierlichen Förderung versprechen wir uns noch mehr Interesse auf uns zu ziehen. Ich denke auch Teams aus anderen Nationen werden in Zukunft wieder eine Rolle spielen. Gerade in Frankreich schlummert ein großes Potential, wie der dritte Platz von Delannoy/Bidault auf dem Sachsenring beweist. Das Interview führte Jürgen Müller. | ![]() Carsten Sauer, Superside-Manager ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
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