Die Superside FIM Seitenwagen Weltmeisterschaft

2010 zweimal in Deutschland

Interview von Jürgen Müller (SCZ) mit Louis Christen


Neben dem Schleizer Dreieck werden die weltbesten Dreirad-Piloten im Rahmen des Motorrad-Grand-Prix`s auf dem Sachsenring um die WM-Zähler kämpfen. Wir unterhielten uns aus gegebenem Anlass mit Gespannkonstrukteur Louis Christen. Der Schweizer gilt seit Jahrzehnten als ein exzellenter Kenner der Szene und hat die Entwicklung des Gespannsports maßgeblich mit beeinflusst.

Luis Christen im Interview
    Herr Christen - werfen wir zunächst einen Blick zurück, wie sehen Sie die Entwicklung von Superside?
L. Christen: Mit Serienmanager Bernd Schwan haben wir einen vertrauensvollen und zuverlässigen Partner gefunden. Bernd kümmert sich stets ernsthaft um unsere Belange. Zaubern kann er zwar nicht, aber er macht alles, was für uns machbar ist. Wir haben in ihm einen kompetenten Ansprechpartner für unsere Fahrer und Sponsoren. Nach einer komplizierten Vergangenheit können wir wieder positiv in die Zukunft schauen. Trotz eines relativ kleinen Starterfeldes erreichen wir ein hohes Niveau. Insbesondere die Leistungen der Spitzenpiloten wie Reeves, Paivärinta oder Birchalls können sich sehen lassen. Sie müssen sich keinesfalls hinter den Stars der Vergangenheit, ich denke dabei unter anderen an Biland, Streuer, Webster und Co., verstecken.
    Was erwartet uns in der kommenden Saison?
L. Christen: In der Weltmeisterschaft darf wie in der Internationalen Deutschen Meisterschaft, der holländischen Meisterschaft oder in der „battle of britain“ (britische Meisterschaft - Anmerkung der Redaktion) nur noch mit Serienmotoren gefahren werden. Diese Änderung wird auch eine größere Markenvielfalt nach sich ziehen. So werden zum Beispiel Reeves ein Honda-Motor, Birchall einen Yamaha-Motor und Paivärinta weiterhin ein Suzuki-Triebwerk einsetzen. Darüber hinaus haben die Birchall-Brüder bei mir ein neues Fahrwerk bestellt. Sie werden mit einem aktuellen LCR unterwegs sein, wie es Paivärinta in der vergangenen Saison fuhr. Die Abstimmungsprobleme sollten bis zum Saisonstart endgültig der Vergangenheit angehören. Um diese in den Griff zu bekommen hatte Pekka an den Rennwochenenden einfach zu wenig Zeit.
    Was wird sich in der Formel-2-Szene tun?
L. Christen: Die Chancen für eine neue Weltserie stehen sehr gut. Insbesondere die Engländer zeigen großes Interesse auf dem europäischen Festland zu fahren. An der Spitze stehen dabei bekannte Namen wie die mehrfachen TT-Sieger Dave Molyneux und Nick Crowe. Allerdings musste Crowe nach einem schweren Unfall auf der Isle of Man seine aktive Laufbahn beenden. Er betätigt sich inzwischen als Teamchef, unter dessen Fittichen wird sein Landmann Simon Neary fahren. Nicht vergessen darf man, dass auch Reeves, Birchall und Klaffenböck ein Formel-2-Gespann besitzen. Auch in dieser Klasse dürfen sich die Zuschauer auf Top-Gespannsport freuen, hier treffen die jungen Heißsporne auf die Routiniers der Szene.
    Welche personellen Veränderungen zeichnen sich für die kommende Saison in den Teams ab?
L. Christen: Einen neuen Co-Piloten wird Tim Reeves mit Gregory Cluze an seiner Seite haben. Der Franzose war bislang mit Mike Roscher unterwegs. Hinter dem neuen Passagier des Deutschen steht bislang noch ein Fragezeichen. Bei den anderen Spitzenteams sind keine personellen Veränderungen zu erwarten. Pekka Paivärinta wird weiter Adolf Hänni an seiner Seite haben und die Birchall Brüder werden alles daran setzen den WM-Titel zu verteidigen. Beim Wintertraining in Cartagena gab es auch einige neue Gesichter zu sehen. Mit Ben Bygrave möchte erstmalig ein junge Brite WM-Luft schnuppern. Der 23-Jährige beabsichtigt zunächst einige Wildcard-Einsätze. Mit Oliver Brama und seinem Passagier Ian MacRae planen erstmals zwei Kanadier ins Geschehen einzugreifen. Darüber hinaus plant der Australier Adam Treasure sein Comeback in der Weltmeisterschaft.
    Herr Christen, vielen Dank für das Gespräch
Homepage