Deutscher Motorrad Grand Prix
S A C H S E N R I N G 2003

Besucher - Rekordkulisse
Stimmung - hervorragend
Wetter - Sonnenschein pur
Sport - spannende Rennen
sportlicher Held - Sete Gibernau
bester Sachse - Dirk Heidolf
Tragik - verletzter Streckenposten
(auch von hier aus gute Besserung)

Höhepunkt des Tages inszeniert von Sete Gibernau
Ohne Zweifel war das Duell in der Moto-GP Klasse zwischen dem Italiener Valentino Rossi und Sete Gibernau aus Spanien der Höhepunkt dieses GP. Schade nur, dass der Italiener Max Biaggi, der sich auf Verfolgungsjagd zu dem Duo befand, etwas zu viel Risiko einging und stürzte.

Der Zweikampf zwischen Sete Gibernau (15) und Valentino Rossi hielt die Besucher in Atem. Wie Gibernau in der letzten Kurve Rossi austrickste, das
war Rennsport erster Güte.
Sete Gibernau hat gut lachen...

Jubel wie er nicht natürlicher sein kann...,doch davor lag harte Arbeit

Schnellste Runde am Sachsenring von Max Biaggi
 
Schnellster im Training, miserabler Start, tolle Aufholjagd die im Kiesbett endete - so lässt sich in wenigen Worten der Sachsenring GP aus der Sicht von Max Biaggi beschreiben. Als kleines Trostpflaster erhielt der Italiener aus den Händen von Oberbürgermeister Hommilius einen goldenen Ring (Foto oben), den jeweils der schnellste Fahrer des Tages bekommt. Dabei war bei seiner Jagd nach vorn sogar ein Podestplatz in greifbarer Nähe. Wohl jeder hätte dem Italiener das Podest gegönnt, hatte er doch am Start Charakter gezeigt und die  "Nervensäge" von RTL, Kai Ebel, abblitzen lassen, als dieser unmittelbar vor dem Start mit dem Mikro herum fuchtelte. Ein Max Biaggi kann sich das leisten, leider ein Steve Jenkner (noch) nicht.

Roberto Rolfo´s erster Grand Prix Sieg
Acht zweite Plätze bei Grand Prix Rennen standen bis zum diesjährigen Sachsenring Grand Prix im "Rekordbuch" des Italieners Roberto Rolfo. So wurde Rolfo auch vor fast jeder Saison zu den Titelaspiranten gerechnet, was aber letztlich immer am entsprechenden Maschinenmaterial scheiterte. Auch als Radrennfahrer galt er als großes Talent in Italien.
So war es fast wie eine Fügung des Schicksals, dass der ehemalige italienische Juniorenmeister im Radsport, Roberto Rolfo,  ausgerechnet am Schlusstag der diesjährigen Tour de France, die ihr hundertjähriges Jubiläum feierte,  am Sachsenring seinen ersten Grand Prix Sieg errang. Mit ihm auf dem Podest waren der Spanier Fonsi Nieto, der den zweiten Platz im Rennen der Viertelliterklasse erreicht hatte, sowie der talentierte Franzose Randy de Puniet, welcher als Dritter die Zielflagge gesehen hatte.

bester Deutscher am Sachsenring Dirk Heidolf

 
Endlich hatte der in den letzten Wochen und Monaten familiär und gesundheitlich leidgeprüfte "Heidi" Dirk Heidolf (beide Fotos oben links, sowie Porträt oben) wieder einmal Grund zur Freude. Nach beherzter Fahrt erreichte er Platz 11 und besserte damit sein WM-Konto um 5 Punkte auf. Es scheint, da gibt es sogar noch "Spielraum", sich auch unter den Top-Ten einzureihen. Seine Fans aus der Region stehen jedenfalls hinter ihm (Foto ganz oben).
Auch ein weiterer Fahrer aus der Region hat, wie auf dem Foto ganz oben zu sehen, seine Fans hinter sich, Steve Jenkner. Leider macht er im Moment gerade die Pechsträhne durch, die "Heidi" offenbar gerade überwunden hat. Allerdings sind die Ziele von Steve etwas höher angesiedelt als bei "Heidi". Nach dem 5. WM-Rang des letzten Jahres und dem Wechsel in das italienische Weltmeisterteam vom vergangenen Jahr konnte das Saisonziel nur lauten: Verbesserung des 5. WM-Rang und erster Grand Prix Sieg. Zu Beginn der Saison lief es ausgezeichnet für Steve und er hatte sogar kurz die WM-Führung inne. Durch zwei "Nuller", in Donington und hier am Sachsenring hält er nun gerade jenen fünften Rang, den es zu verbessern galt. Zwei Ausfälle durch Stürze zeigt aber auch, dass für Steve der Erfolgsdruck enorm gestiegen ist. Vielleicht an dieser Stelle die Bitte an alle Fans: steht auch bitte weiterhin zu Steve. Das er es kann hat er ja mit Sieg in Assen gezeigt, als er die Weltelite regelrecht düpierte.

...hin und her und her und hin...

Geschäftiges Treiben herrschte an allen Tagen im Fahrerlager und die Motorroller wurden arg strapaziert. So sehen wir bei offenbar "eiligen Besorgungen" von links oben nach rechts unten: Kenny Roberts,jun. (USA) - Lucio Cecchinello (I) - Randy de Puniet (F) - Manuel Poggiali (I) - Naoki Matsudo (J)

Gespräche, Erinnerungsfotos und natürlich Autogramme
Eigentlich wie jedes Jahr blieb trotz Arbeit und Hektik am Rand des Geschehens noch Zeit für Gespräche, Erinnerungsfotos und Autogramme.
Links sehen wir Gabriele Debbia, vormals selbst bekannter GP-Fahrer und jetzt Teamchef, der sich für ein Foto mit Frank Bischoff gerne bereit stellte. Darunter links sehen wir zwei alte Haudegen der Rennszene. Benno Heim ( verschränkte Arme), einst Beifahrer bei Georg Auerbacher und Jochen Luck, Streckensprecher bei vielen Grand Prix Rennen tauschten ebenso Erinnerungen aus wie der noch im BMW Boxer-Cup aktive Peter Öttl und ein interessierter Rennsportanhänger.
Natürlich sind noch immer Autogramme von Ralf Waldmann gefragt. (ganz unten)

einfach nur ein paar Porträtaufnahmen...


es bleibt den Besuchern dieser Webseite überlassen, was sie alles aus den Blicken der Fahrer heraus lesen können. Von links oben nach rechts unten sind zu sehen: Norick Abe (J) - Arnaud Vincent (F) - Nobuatsu Aoki (J) - Alex Hofmann (D) - Alex Barros (BRZ) - Valentino Rossi (I) - Olivier Jacque (F)

...der beste Neuling und eine große Überraschung!
Erstaunlich das Abschneiden des Sachsenringneulings Troy Bayliss in der Moto-GP Klasse. Mit der auf dem kurvigen Kurs gewiss nicht leicht zu bewegenden Ducati kam der Australier auf einen verdienten dritten Rang (Foto oben).
Rechts die Fahrer der ersten Startreihe in der Moto-GP Klasse mit Rossi, McWilliams, Biaggi und Capirossi. Zum Erstaunen aller wurde McWilliams auf seiner betagten Proton erst in letzter Sekunde von Max Biaggi von der "Pole" verdrängt. Natürlich war klar, dass McWilliams diese Position im Rennen nicht halten konnte.

was sonst noch auffiel am Sachsenring 2003...
 

Die Ducatis scheinen tatsächlich schon im ersten Jahr ihrer GP-Beteiligung konkurrenzfähig zu sein, wie die Plätze drei (Troy Bayliss) und vier (Loris Capirossi - Foto links oben) zeigen.
Dem Argentinier Sebastian Porto (Foto links, mitte) ist wohl endgültig der Durchbruch zur absoluten Weltspitze gelungen. Sein vierter Platz am Sachsenring und sein Lachen sind der Beweis dafür.
Das war wohl nix, meine Herren von RTL. Während Nicki Lauda (Foto links unten) durch vornehme Zurückhaltung und Respekt vor den Piloten und der Atmosphäre zu gefallen wusste, passt der "jetzt kommen wir" Stil der anderen Herren wohl nicht so recht zu den "Zweirädrigen".
Einer der nettesten, bescheidensten und sicher auch talentiertesten Fahrer ist der Schweizer Thomas Lüthi (Foto oben). Mit seiner Art und seinen Talent wird er wohl auch ohne RTL den Weg nach ganz oben schaffen.

Ich würde mich freuen, sollte es mir gelungen sein, mit diesem kleinen Bericht vom Grand Prix auf dem Sachsenring ein klein wenig von der großartigen Stimmung am Sachsenring vermittelt zu haben. Es scheint sich zu bestätigen, dass zumindest bis 2011 der Deutsche Motorrad Grand Prix seinen festen Platz in Sachsen, respektive am Sachsenring behalten wird. Dafür gehört ganz besonders dem sachkundigen und begeisterungsfähigen Publikum ein Extra-Lob, wie natürlich auch Steve Jenkner. Der kleine Sachse hatte durch seine sportlichen Erfolge sicher ein paar Zuschauer mehr an den Ring "gelockt" als ohnehin gekommen wären und somit auch seinen Beitrag für einen neuen Besucherrekord geleistet. Also, Kopf hoch Steve. Nach zwei weniger guten Rennen kommen ganz bestimmt die Erfolge auch wieder zu Dir. Und zu Dirk Heidolf sei gesagt, dass sich auf dem Rennen am Sachsenring aufbauen lässt - Plätze in den Top-Zehn winken.... Mein Dank für die Bereitstellung
vieler Fotos geht an dieser Stelle an
Jürgen Müller (SCZ)
und
Ralf Roje (GC)

Homepage