Walter Koschine


Es war am 29. August 1976 beim deutschen Motorrad Grand Prix am Nürburgring. Der junge Mann links schaut nicht gerade glücklich drein, obwohl er eigentlich allen Grund gehabt hätte, zufrieden zu sein.
Im Rennen der Achtelliterklasse hatte Walter Koschine so eben den zweiten Platz belegt.
Der Sieger dieses Rennens war ein gewisser Toni Mang, der gerade den ersten seiner insgesamt 42 GP Siege erreicht hatte und wohl selber noch nicht ahnte, dass er es einmal auf so viele GP Siege bringen würde.
Für das Siegerehrungsbild konnte sich aber dann der blonde junge Mann - Walter Koschine - doch für ein Lächeln entschließen. Dafür blickte der Drittplatzierte dieses Rennens, der Belgier Julien van Zeebroeck etwas grimmig drein. Auffällig auf dem Bild ist auch noch, dass sich der Sieger noch "gutbürgerlich" Anton nannte, wie auf dem Schriftzug auf der Rennkombi gut zu sehen ist.

So ganz unbekannt war der blonde junge Mann, zumindest in Deutschland, aber nicht mehr. Immerhin wurde er im gleichen Jahr noch Deutscher Meister in der 125 cc Klasse. Diesen Erfolg wiederholte er dann 1978.
Auch bei WM-Rennen machte er noch auf sich aufmerksam. Besonders 1979, als er dem Podestplatz vom Nürburgring 1976 noch zwei weitere folgen liess. Er wurde jeweils Dritter bei den WM-Rennen in Hockenheim und im spanischen Jarama vor den Toren Madrids und belegte in der WM des Jahres Rang 12 - keine schlechte Bilanz für einen, der immer zwischen Beruf und Rennfahrerei hin und her gerissen wurde.


Deutsche Meisterehrung 1978
von links: Reiner Scheidhauer (50 cc), Walter Koschine (125 cc), Reinhold Roth (250 cc), Toni Mang (350 cc), Jürgen Steiner (500 cc), Andreas Huber und Werner Schwärzel (Seitenwagen)

Dieses Schwanken zwischen Beruf und Rennfahrerei fand 1982 ein Ende, als er im niederbayrischen Straubing einen schweren Rennunfall erlitten hatte mit mehreren Frakturen.
Da sein Beruf als Schornsteinfeger natürlich "heile Knochen" verlangte, stand es  nach dem Unfall für ihn fest: der Beruf geht vor! Auch wenn viele Rennsportfreunde diesen Schritt erst einmal bedauerten, so sagen wir heute genau so gerne:


...zum Glück gibt´s den Schornsteinfeger...

Walter Koschine in Assen (NL)

Homepage 07.06.2007