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![]() 5.1.1923 - 3.8.1987 |
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Am
3.August 2009 ist der 22. Todestag von Karl Hoppe.
Aus diesem Anlass ein paar ...
... Erinnerungen an einen großen deutschen
Es war 1967 am Sachsenring, als zwei Freunde von mir
und ich das Vergnügen hatten, einen der damals
besten deutschen Rennfahrer ein wenig näher kennen
zu lernen. |
![]() Brno/CZ 1968 - am Start zu seinen ersten WM-Punkten v.l. der Autor, Karl Hoppe, Otto Sensburg |
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Karl Hoppe war nicht der typische Rennfahrer der
damaligen und schon gar nicht der heutigen Zeit. Er
"tingelte" nicht, wie viele seiner
ausländischen Rennfahrerkollegen, von Rennen zu
Rennen, sondern "verdiente seine
Brötchen" als Betriebsrat bei Blaupunkt /
Bosch und war zusätzlich noch ehrenamtlich für
seine Gemeinde Diekholzen tätig, so dass ihm die
einschlägige Boulevard-Presse gerne als "schnellster Bürgermeister von Deutschland" bezeichnete. Wie sich am Samstag Abend - vor dem oben angesprochenen Sachsenring-GP - beim gemeinsamen Abendbrot und einem Glas Bier heraus stellte, interessierten ihn die alltäglichen Dinge des Lebens mindestens genau so wie das Geschehen an den Rennpisten. Es imponierte uns, wie er sich nicht nur erfolgreich gegen seine Konkurrenten auf der Rennstrecke in Szene setzte, sondern auch, wie er sich für das Leben seiner - damals von der Außenwelt abgeschotteten - "Fans" im östlichen Teil von Deutschland interessierte. Übrigens wurde er im Rennen der 350 cc Klasse Siebenter und damit zweitbester deutscher Fahrer. Bester Deutscher war Heinz Rosner mit der Zschopauer Werks-MZ auf dem vierten Rang. Ein Jahr später - 1968 - belegte er erneut den siebenten Rang in der Klasse bis 350 cc und war damit wiederum zweitbester deutscher Fahrer geworden. Auch da war es Heinz Rosner auf der Werks-MZ, der best platzierter Deutscher war und diesmal sogar auf Rang zwei einkam. |
| Irgendwie war dieser 68er Jahrgang am Sachsenring von einem günstigen Stern begleitet. Einer meiner eingangs erwähnten Freunde hatte gerade seine Wehrpflicht bei der damaligen "Nationalen Volksarmee" abzuleisten und es war ihm tatsächlich gelungen, gerade am Rennwochenende Wochenendurlaub zu bekommen, was in jener Zeit gar nicht so selbstverständlich war. Natürlich hatte er nicht die Zeit, sich erst seiner Armeeuniform zu entledigen. Mit viel Geschick gelang es ihm, das Eingangstor zum Fahrerlager zu passieren und schnell hatte er auch Karl Hoppe und mich in dessen Zelt gefunden. Oh je, in Uniform der "Nationalen Volksarmee" im Zelt des "Klassenfeindes" - das konnte nicht gut gehen. So war es denn auch. Innerhalb weniger Minuten wurde er von der allgegenwärtigen Staatssicherheit zum mitkommen aufgefordert. Mir, der ich um das System wusste, fuhr der Schreck in alle Glieder, der "Klassenfeind" hingegen konnte sich eines Lächelns nicht erwehren. Um so grösser war dann nach etwa 20 Minuten die Erleichterung, als der "Soldat des Volkes" wieder vor uns stand. Man hatte es bei einer ausführlichen Aufklärung über den "Klassenfeind" und bei der Aufforderung zum Verlassen des Fahrerlagers bewenden lassen. Kurz danach war er wieder da - in Zivilkleidung, versteht sich und natürlich ohne "Zivilerlaubnis". Die Staatssicherheit erkannte ihn nun nicht mehr, oder wollte ihn nicht erkennen. Es gab es also doch, das "menschliche Antlitz des Sozialismus", denn es war auch nie eine Meldung an die entsprechende Armeeeinheit erfolgt. |
![]() Mechaniker und Fahrer in Personalunion... ...auch schon 10 Jahre vorher ![]() |
![]() Auf geht´s - Sachsenring 1970 |
Schon lange vor dem Sachsenring-GP war meinerseits
für 1968 ein Besuch des GP in Brno geplant. Die
Strecke hatte 1965 WM-Status erhalten und war für
uns die einzige Möglichkeit, einen zweiten GP im
Jahr zu sehen. Natürlich war die Freude vollkommen,
als Karl Hoppe offerierte, dass er ebenfalls eine
Woche nach dem Rennen am Sachsenring in Brno
an den Start gehen werde. Zwei GPs hintereinander
und wiederum in Gesellschaft von Karl Hoppe - meine
Freude war unbeschreiblich. Es wurde dann auch das
erhoffte grossartige Wochenende. Als Höhepunkt war natürlich der fünfte Rang in der 350 cc Klasse zu werten, diesmal vor seinem "Dauerrivalen", dem Engländer Billie Nelson. Für diese tolle Fahrt gab es für Karl Hoppe die ersten WM-Punkte seiner Karriere. Dazu muss gesagt werden, dass bis 1968 nur die jeweils ersten Sechs eines Rennens mit WM-Punkten belohnt wurden. |
![]() Er beherrschte selbst die schwierig zu fahrende URS |
![]() Sachsenring 1970 - in der Queckenbergkurve
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Nach seiner Abstinenz beim Sachsenring 1969 war
natürlich bei seinem Erscheinen 1970 die
Wiedersehensfreude gross. Es wurden neuerlich für
uns die tollen Renntage und keiner von uns ahnte
bei der Verabschiedung, dass es das letzte mal für
uns war, diesen grossartigen Fahrer und Menschen
begegnet zu sein. Zuvor waren wir aber noch
Augenzeuge eines tollen Zweikampfes über die
gesamte Renndistanz mit dem Australier Jack Findlay.
Nach der Zieldurchfahrt beglückwünschten sich die
beiden und umarmten sich. Der inzwischen 35-jährige
Haudegen Findlay hatte mit einer halben
Motorradlänge Vorsprung gerade den sechsten Platz
erreicht vor dem "jugendlichen 47-jährigen
Hoppe" - das war Sport in Reinkultur! Es fällt mir schwer, über die Person Karl Hoppe ein abschliessendes Wort zu finden. Waren es seine sieben deutschen Meistertitel, die ihn so unvergesslich machen oder waren es seine sieben Platzierungen in den Punkterängen der Motorradweltmeisterschaft oder waren es seine menschlichen Qualitäten - letztlich bin ich überzeugt, es war von allem etwas. So manche "möchte-gern-Persönlichkeit" der heutigen Zeit sollte sich einmal die Biografie Hoppe vor Augen halten. Dann wüsste jener Personenkreis, was eine wirkliche Persönlichkeit ist. |
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