![]() Friedrich Hillebrand und Manfred Grunwald |
Am 24. August 1957 schockte eine Rundfunkmeldung alle
Motorsportanhänger, nicht nur in Deutschland. Beim Training zum Großen Preis von Bilbao ist der bereits als Weltmeister 1957 feststehende Gespannfahrer Friedrich Hillebrandtödlich verunglückt. Sein Beifahrer Manfred Grunwald wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Eigentlich unfassbar diese Meldung, denn nur 6 Tage vorher, am 18. August, hatte ich und mit mir 200 000 Zuschauer am Sachsenring seinen zweiten Platz im Gespannrennen bewundert, nur geschlagen von Walter Schneider mit Beifahrer Hans Strauß im "Boot". |
| Friedrich Hillebrand wurde am 22. November
1917 in Weisbach / Zell am See geboren. Nach der Schulzeit absolvierte er
eine Lehre als Automechaniker. Noch nicht einmal 18 Jahre alt, unternahm
er seine ersten Versuche im Motorsport. Er fuhr bei einigen Rennen als
Beifahrer mit dem Münchner Strohmeier in dessen NSU-Gespann. Der Wunsch,
selber am Gasgriff drehen zu können, bewog ihn dann, auf die Sandbahn zu
wechseln. In diesem Metier erreichte er vier Siege. Dabei wurde die
Fachwelt auf ihn aufmerksam, als er in Agram sogar den
Sandbahnspezialisten Martin Schneeweiß besiegen konnte. 1936 kam er dann zur Luftwaffe und fungierte dort zu erst als Bordmechaniker und später als Flugzeugführer. 1947 kam er dann aus amerikanischer Gefangenschaft zurück. |
TT-Sieger 1956 mit Manfred Grunwald |
![]() Friedrich Hillebrand mit Georg Barth |
1948 setzte er seine Karriere als Ausweisfahrer
fort, erhielt aber bereits 1949 die "normale" Lizenz. Sehr rasch
kann er sich dann in die Spitze der deutschen Gespannfahrer vor arbeiten.
Nachdem er 1951 seinen ersten Deutschen Meistertitel gegen den Münchner Sepp
Müller mit Beifahrer Huber knapp verpasste, war es dann ein Jahr später so
weit. Mit "Schmiermaxe" Georg Barth wurde er Deutscher Meister in
der Seitenwagenklasse bis 750 ccm. Ab 1952 erfolgte dann der Umstieg in die international übliche 500 ccm Klasse und der Vergleich mit den besten Fahrern der Welt konnte für Friedrich Hillebrand beginnen. Zu den Besten gehörten damals die Engländer Eric Oliver und Cyril Smith, der Italiener Albino Milani und die deutsche Spitzenklasse mit Wilhelm Noll, Willi Faust und Walter Schneider. Als Beifahrer fungierte für Friedrich Hillebrand ab 1953 Manfred Grunwald |
| Mit dem sechsten Platz in Monza 1953 und dem damit verbundenen ersten WM-Punkt war dann endgültig der Eingang in die Weltspitze vollzogen. Ein zweiter Platz auf der Isle of Man 1954 - sein erster Podestplatz bei einem Grand Prix - unterstreicht seine fahrerischen und kämpferischen Qualitäten eindrucksvoll. Nicht nur in den Soloklassen gilt, wer auf der Insel besteht, hat das Zeug für einen ganz Großen, sprich Weltmeister. Es folgten 1956 und 1957 noch zwei weitere TT-Siege. Nach dem Vizeweltmeister 1956 hinter Wilhelm Noll mit Beifahrer Fritz Cron brachte 1957 für Friedrich Hillebrand und Passagier Manfred Grunwald die Krönung ihrer Laufbahn. Nach drei Siegen in Hockenheim, bei der TT auf der Isle of Man und bei der Dutch TT in Assen standen sie vorzeitig als Weltmeister 1957 fest. | ![]() |
| Als am 21. Oktober
1957 beim FIM-Kongreß in Paris die Weltmeister ihre Plätze einnahmen, blieb
ein Platz leer. Das Herz des Seitenwagenweltmeisters Friedrich
Hillebrand hatte genau 58 Tage vorher aufgehört zu schlagen. Mit dem
vorzeitigen Titelgewinn im holländischen Assen durfte er die höchste
Befriedigung eines Rennsportlers noch erleben. Leider konnte er dieses
Glücksgefühl nur wenige Tage genießen - er bezahlte seine Leidenschaft für
den Rennsport mit dem höchsten Gut eines Menschen, mit seinem Leben. Was den Rennsportanhängern bleibt ist die Erinnerung an einen großartigen Fahrer und Menschen. Diese meine Internetseite soll auch ein wenig dazu beitragen, solche Erinnerungen wach zu halten und zu pflegen. Ich glaube, das wäre auch im Sinne des unvergessenen Friedrich Hillebrand. |
| Manfred Grunwald, der Gott sei Dank, den Unfall überlebte, wünsche ich noch viele angenehme Lebensjahre und das er sich nur an die zahlreichen schönen Tage seiner gemeinsamen Karriere mit Friedrich Hillebrand erinnern möge. |
| Bleibt mir zum Schluß meiner Erinnerungen noch der Dank vieler Rennsportfreunde, daß auch die Stadt Amberg als Heimstätte zweier ganz Großer des deutschen Motorsports - Heiner Fleischmann und Friedrich Hillebrand - die Erinnerungen an ihre so bekannten Söhne dieser Stadt weiterhin so pflegen möge wie bisher. Immerhin wurden bereits zwei Straßen nach ihnen benannt und das Stadtarchiv in Person von Diplom-Archivar Jörg Fischer hält für Interessierte eine Menge an Informationen bereit. |
| Heiner Fleischmann | ehemaliges Hotel Fleischmann | Homepage |
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