Die älteren Rennbesucher werden sich sicher noch an eines der größten deutschen Rennfahrertalente in den fünfziger Jahren erinnern. In jener Zeit gab es noch eine rege Beteiligung an Werksteams der Motorradwerke. Leider war aber zwangsläufig die Zahl der Fahrer, welche einen Platz in einem der begehrten Werkteams finden konnten, begrenzt.
So blieb auch dem Nürnberger

Helmut Hallmeier,

wie vielen anderen Fahrern, keine andere Möglichkeit, seiner Leidenschaft der "Rennfahrerei" als Privatfahrer nachzugehen.
Begonnen hatte er mit einer Adler, auf der er sich beim deutschen Grand Prix 1954 auf der Solitude als exzellenter Dritter in der Viertelliterklasse, hinter den beiden NSU-Werksfahrern Haas und Hollaus, seine ersten WM-Punkte holen konnte.
Zwar zog sich NSU 1955 werksseitig aus dem Renngeschehen zurück, doch für Privatfahrer produzierte man noch eine begrenzte Zahl an Viertellitermaschinen. Mit einer dieser "Sportmäxe" wurde dann tatsächlich 1955 HP Müller Weltmeister.
Helmut Hallmeier konnte diese begehrten Sportmax-Modelle, auch als aufgebohrte Version für die 350 cc Klasse erwerben und gehörte fortan zu den erfolgreichsten Fahrern Deutschlands in den beiden mittleren Klassen. Er startete bei nahezu allen deutschen Rennen und räumte dort Siegerpokale und Preisgelder ab. Dazu startete er auch bei nicht zur WM zählenden Rennen im benachbarten Ausland und war dabei ähnlich erfolgreich.
Ende Saison 1959 beendete er seine Karriere und begann mit dem Aufbau einer bürgerlichen Existenz. Er eröffnete 1962 ein Kaffee in Nürnberg-Kraftshof, unweit des Flughafens, welches er bis zu seinem all zu frühen Tod am 26.06.1976 betrieben hatte.

...auf Siegesfahrt am Sachsenring 1957