...der Motorrad Grand Prix 1975 in Brno, Teil 2... |
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"Gewonnen und doch verloren", so lautete die ernüchternde Bilanz von Phil Read nach dem Rennen
der Halbliterklasse beim Grand Prix 1975 in Brno. Gewonnen, weil er tatsächlich als Erster die Zielflagge
sah und verloren, weil er den Kampf um die WM - Krone verloren hat.Giacomo Agostini, dem bereits ein siebenter Platz zum Titelgewinn gereicht hätte, fuhr klug auf ankommen und erreichte trotzdem einen sicheren zweiten Rang. Bei seiner Zieldurchfahrt vollendete er den Plan, der mit dem unvergessenen Jarno Saarinen bereits zwei Jahre vorher möglich war, den italienischen Viertaktern von MV - Agusta nach jahrelanger Vorherrschaft die WM - Krone in der 500 cc Klasse abzunehmen - mit einem Zweitakter und noch dazu japanischer Fabrikation. Jarno Saarinen, der schon 1973 auf einem guten Weg dazu war, er hatte mit der Yamaha bereits die ersten beiden WM - Läufe gewonnen, wurde bekanntlich durch seinen tödlichen Unfall in Monza 1973 an der Vollendung seines Planes gehindert. So erklärt sich wohl auch der nicht sonderlich zufriedene Gesichtsausdruck von Phil Read im Bild nebenan. Beim Duell der beiden Giganten rückten leider die übrigen Konkurrenten etwas in den Hintergrund, zumal die Ausfallquote auch recht hoch war. Von 28 Startern sahen leider nur 11 die Zielflagge. |
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| Vom besonderen Pech verfolgt war der Finne Teuvo Länsivuori. Noch in der letzten Runde ereilte ihm der Ausfall. Da war es nur ein schwacher Trost, daß er sich mit der schnellsten Runde des Rennens ein klein wenig schadlos hielt (Foto oben links). Der Defektteufel ergriff auch Altmeister Jack Findlay (Foto oben rechts). Für ihn kam allerdings das aus bereits in der sechsten Runde. Bereits zwei Runden vorher war auch für Suzuki - Star Barry Sheene das Rennen gelaufen. |
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Des einen Leid, des anderen Freud - durch die zahlreichen Ausfälle und durch eigene exzellente Leistungen
rückten auch einmal jene Fahrer in den Vordergrund, die, technisch gehandicapt, immer im Schatten der
Stars stehen. So wurde der Brite Alex George (Foto oben links) glänzender Dritter im Rennen, Karl Auer
aus Österreich (linkes Bild) kämpfte sich auf den vierten Rang vor und der Franzose Olivier Chevallier
(oben rechts) konnte als Fünfter die Ziellinie passieren.
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Zu den "Unglücklichen" durfte man auch den Schweizer Philipp Coulon (Foto rechts am Start), sowie
den Deutschen Helmut Kassner (Foto rechts) zählen. Beide waren mit der Hoffnung auf WM - Punkte an den
Start gegangen und beide sahen die Zielflagge leider nicht. Ein Schicksal, mit dem leider alle
"Privatiers" in jenen Tagen zu kämpfen hatten und derren Einsatz für ihren geliebten Rennsport leider
immer viel zu wenig gewürdigt worden ist und noch immer zu wenig gewürdigt wird. Ein paar wenige
WM - Punkte erreichen, das war ihr Ziel. Die WM - Titel und Grand Prix Siege waren praktisch für
die Werksfahrer reserviert und deshalb schmerzen auch die Ausfälle besonders, weil diese ja auch mit
zusätzlichen Materialausgaben verbunden waren.Was die Finanzsorgen und die Kosten anlangt, so trifft dies im noch größeren Maß auf die Aktiven der Seitenwagenklasse zu, die wie immer den Abschluß des Brno - GP machten. |
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| Keine Sorge, das ist wirklich noch der Bericht über den Motorrad Grand Prix in Brno 1975 und nicht ein Bericht über einen Ableger einer Formel - Veranstaltung. Der Fahrer, oder sollte ich Pilot schreiben, ist der Schweizer Edelbastler und Konstrukteur Rudi Kurth und im Beiwagen - ja, den gibt es tatsächlich - liegt seine Ehefrau und gebürtige Engländerin Dane Rowe. Um es gleich vorweg zu nehmen, extrem erfolgreich agierte das Gespann nicht, aber für einige Achtungserfolge war die Paarung Kurth / Rowe immer gut. In Brno 1975 langte es allerdings nur zum fünfzehnten und letzten Rang. |
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Da die Weltmeisterschaft bereits zugunsten von Rolf Steinhausen mit Beifahrer Sepp Huber entschieden war, konnte es nur noch heißen: wer fügt seiner Erfolgsbilanz einen weiteren Sieg hinzu. Da kamen natürlich in erster Linie die drei Schnellsten vom Training in frage: Schauzu / Kalauch (unten), Schwärzel / Huber (links) und Steinhausen / Huber (ganz links). Für die "Fans der deutschen Hymne" bestand also Anlaß zum Optimismus. Na ja, da war da auch noch ein gewisser Rolf Biland aus der Schweiz, diesmal mit Chrigu Graf im Beiwagen. Er war zwar |
immer schnell, aber auch experimentierfreudig, was sich auf die Zuverlässigkeit seines Fahrzeuges
auswirkte.Übrigens, wenn Sie jetzt stutzig werden und denken, bei den Hubers als Beifahrer von Steinhausen und Schwärzel liegt ein Fehler vor, so ist das nicht an dem. Beide Hubers, einmal der Sepp beim Steinhausen und ein andermal der Andreas beim Schwärzel, sind nicht miteinander verwandt. Was beide allerdings gemeinsam haben, ihre Brüder Fred (vom Sepp) und Hermann (vom Andreas) waren aktive Gespannfahrer, erreichten allerdings nicht die Erfolge ihrer im Beiwagen "turnenden" Brüder. Was noch besonders auffällig war: die Ära der BMW - Motoren im Gespannsport war endgültig vorbei. Eigentlich war das schon im Vorjahr, also 1974, der Fall. Damals rettete nur die individuelle Klasse eines Klaus Enders den WM - Titel, aber Wunder konnte auch ein Klaus Enders nicht vollbringen. Dies erkannten beizeiten die beiden Gespannfahrer Steinhausen und Schwärzel und stiegen bereits 1974 auf die zweitaktenden Motoren von König um. Der Erfolg 1975, als die Motoren, die schon immer schnell liefen, auch noch standfest geworden waren, gab ihnen recht. |
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Doch wieder zurück zum Rennen. Im linken Bild sehen wir Biland / Graf nachdenklich schauen. Berechtigt, denn für sie war das Rennen bereits nach 3 Runden beendet. | ![]() |
| Mehr Grund zur Freude hatte da Herbert Haller mit Siegfried Neumann im Boot. Ihre Konzentration vor dem Start Foto oben rechts) zahlte sich aus, denn sie belegten am Ende des Rennens einen hervorragenden dritten Platz. Ein Highlight in Herbert Hallers Gespannfahrerkarriere. Weniger glücklich war da sein Bruder Otto Haller dran. Mit Erich Haselbeck im Beiwagen (Foto unten links) war für sie das Rennen bereits nach zwei Runden beendet. Zwei Runden weiter schaffte es das Gespannduo Heinz Luthringshauser und Beifahrer Hermann Hahn (Foto unten rechts). |
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![]() Doch es gab auch freudige Momente. So als Schwärzel / Huber (links) einen sicheren Sieg |
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einfuhren und Steinhausen / Huber mit einem zweiten Platz ihren Weltmeistertitel untermauerten.
Übrigens fand ich die gesamte Veranstaltung hervorragend organisiert. Bei 5 ausgetragenen WM - Rennen und längeren gefahrenen Renndistanzen im Vergleich zu heute, da gehörte schon eine organisatorische Meisterleistung seitens des Veranstalters dazu, um alles reibungslos über die Bühne zu bringen - Respekt. |
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Klasse bis 125 cc Dokumentiert von links: 4. Bruno Kneubühler, Schweiz 2. Kent Andersson, Schweden 1. Leif Gustafsson, Schweden 3. Eugenio Lazzarini, Italien 5. Harald Bartol, Österreich |
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Klasse bis 250 cc Dokumentiert von links: 4. Leif Gustafsson, Schweden 2. Otello Buscherini, Italien 1. Michel Rougerie, Frankreich 3. Dieter Braun, Deutschland 5. Patrick Pons, Frankreich |
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Klasse bis 350 cc Dokumentiert von links: 4. Tom Herron, Irland 2. Olivier Chevallier, Frankreich 1. Otello Buscherini, Italien 3. Victor Palomo, Spanien 5. Patrick Pons, Frankreich |
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Klasse bis 500 cc Dokumentiert von links: 4. Karl Auer, Österreich 2. Giacomo Agostini, Italien 1. Phil Read, Großbritannien 3. Alex George, Großbritannien 5. Olivier Chevallier, Frankreich |
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Klasse Sidecar Dokumentiert von links: 2. Rolf Steinhausen, 2. Sepp Huber, 1. Werner Schwärzel, 1. Andreas Huber, 3. Herbert Haller, 3. Siggi Neumann alle Deutschland |