zur Erinnerung an den Grand Prix der CSSR in Brno 1974Durch die Schluchten des Mährischen Landes, Teil 1 |
|
1974 fand die letzte Grand Prix Veranstaltung in Brno auf jenem Kurs
statt, wie er sich 1965, bei der erstmaligen Austragung einer
WM - Veranstaltung präsentiert hatte. Ab 1975 wurde dann auf einer
verkürzten Strecke gefahren (siehe Streckenskizze oben, gestrichelte
Linie), welche die besonders gefährlichen Passagen in Richtung
Messegelände und einige Dorfdurchfahrten eliminierte. Diese
Streckenvariante existierte dann als WM-Veranstaltung bis 1982. Durch
die ständig leistungsgesteigerten Rennmaschinen und die damit
verbundenen höheren Ansprüche an die Sicherheit der Aktiven genügte
auch diese Streckenvariante nicht mehr den geforderten Ansprüchen,
welche an einem WM-Kurs gestellt wurden. Von 1983 bis 1986 wurden dann
auf dem Kurs noch Rennen zur Europameisterschaft, respektive zur TT-WM
(reine Straßenrennen) durchgeführt. Während dieses Zeitraums plante
und realisierte man - nicht weit von der alten Variante - ein modernes
Motodrom, welches 1987 mit der erneuten Austragung einer
WM-Veranstaltung eröffnet wurde und in dieser, zukunftsweisenden
Form noch heute benutzt wird.Mit dieser Bilderserie in 2 Teilen möchte ich an das letzte "Dorf- und Schluchtenrennen" und die Helden vor 30 Jahren erinnern. |
![]() |
Bevor es los ging, mussten natürlich die Sportgeräte, sprich Maschinen, entsprechend vorbereitet werden. Dabei legten in vielen Fällen die Fahrer, respektive Beifahrer noch selbst Hand an. Hier sehen wir den Berliner Gustav Pape mit Beifahrer Franz Kallenberg bei der Vorbereitung ihres Gespanns. |
| Bruno Kneubühler aus der Schweiz (rechts)
füllt seine Maschine mit dem kostbaren "Naß", ohne dem
nichts geht. Der Schwede Kent Andersson (unten links) prüft noch letzte Details an seiner Maschine, während Karl Auer aus Österreich bei der Maschinenabnahme auf das okay der dortigen Techniker wartet (unten rechts). |
![]() |
![]() ![]() |
| Voller Tatendrang wartet Ulrich Graf aus der Schweiz darauf, dass sich die Schranke öffnen möge und er das Training in Angriff nehmen kann. | ![]() |
![]() |
Etwas ungewöhnlich, dass, wohl aus Zeitgründen, die 50er und 125er alle Trainings gemeinsam durchführten. So bereitet sich (Foto unten) auch Peter Frohnmeyer für das Training vor, hier mit der 50er Maico. Benachteiligt bei dieser Lösung waren vor allem die Doppelstarter, die damit nur jeweils die halbe Trainingszeit pro Klasse zur Verfügung hatten. |
| Bevor es zum Training der 50 ccm Klasse ging, interessierte sich der Japaner Takazumi Katayama für die "Kleine" von Stefan Dörflinger, dem Schweizer. Beide ahnten in diesen Moment wohl noch nicht, dass es für sie später einmal zu Weltmeisterehren reichen würde. Während Takazumi Katayama der erste Weltmeister von Japan werden sollte, schaffte es Stefan Dörflinger sogar zu vier Weltmeistertiteln in der 50 ccm Klasse und der auf die 50er folgende 80 ccm Klasse. | ![]() |
![]() |
Gelassen konnte am Start der 50 ccm Klasse
der Niederländer Henk van Kessel dem Rennen entgegen sehen. Erstens
hatte es im Training gut funktioniert und zweitens hatte er eine
vorzügliche Betreuung durch seinem Landsmann und Ex-Weltmeister Jan de
Vries. Schnell noch einen prüfenden Blick zur Konkurrenz wirft der Belgier Julien van Zeebroeck (unten links), wogegen sich der Deutsche Herbert Rittberger (unten rechts) schon voll auf das Rennen zu konzentrieren scheint. |
![]() |
![]() |
![]() Der Deutsche Gerhard Thurow hatte allen Grund, gelassen nach vorne zu schauen, wie sein späteres Resultat zeigen wird. |
![]() Leider halfen auch die letzten Handgriffe an der Maschine des Schweizer Stefan Dörflinger nichts mehr. Im Rennen fiel er aus. |
![]() ![]() die beiden Niederländer Henk van Kessel (oben links) und Theo Timmer in voller Fahrt. |
![]() ![]() der Reutlinger Norbert Peschke und der aus Finnland kommende Pentti Salonen bewegen hier mit "Fullspeed" ihre kleinen Renner durch die Schluchten des Mährischen Landes. |
| Es ist geschafft... und wohl auch die Fahrer. Man sieht recht deutlich die Anstrengung im Gesicht von Gerhard Thurow, während, wohl in Erinnerung an seine aktive Zeit, sich Jan de Vries ein Lächeln nicht verkneifen kann. | ![]() |
![]() Beim Foto nach der Siegerehrung - von links nach rechts) Hans Hummel 4.Platz (A), Julien van Zeebroeck 2.Platz (B), Henk van Kessel 1.Platz (NL), Gerhard Thurow 3.Platz (D), Herbert Rittberger 5.Platz (D) zeigten sich alle Fahrer aber wieder gut erholt und hatten die Anstrengung des Rennens vergessen. |
Nach dem Rennen mussten sich die zahlreichen
Zuschauer auf der kleinen Tribüne erst einmal "die Beine
vertreten", bevor es dann weiterging.Wer den Brno-GP schon vor dem Aus des Sachsenring GP im Jahr 1972 gesehen hatte, dem fiel die ab 1973 enorm angestiegene Zahl an Rennbesuchern auf. Die mit Motorradrennen praktisch groß gewordenen Leute aus der Gegend um Hohenstein hatten mit dem GP in Brno nach 1972 schnell einen "Ersatz-GP" gefunden und in den Tagen des Grand Prix war Deutsch zur Landesprache avanciert. |
![]() |
![]() |
| Während der Österreicher Harald Bartol (oben links) mit recht guten Chancen in das Rennen der Achtelliterklasse gegangen war und schlussendlich den 8.Rang belegte, waren die Aussichten der beiden Fahrer mit der Nummer 71 und 76 von vorn herein für ein gutes Endresultat recht gering. Das lag aber weniger am Fahrkönnen, sondern eher am bescheidenen Maschinenmaterial. Letztlich fielen auch beide aus. Mit der 71 sehen wir oben rechts den Italiener Aldo Pero, während der ihm Verfolgende mit der 76 der Schwede Leif Gustafsson ist. |
![]() |
So "tummelten sich" auf dem
Siegerpodest nach dem Rennen der 125 ccm Klasse erneut die Etablierten. Wir sehen von links nach rechts: Gert Bender 4.Platz (D) - Paolo Pileri 2.Platz (I) - Kent Andersson 1.Platz und Weltmeister des Jahres (S) - Otello Buscherini 3.Platz (I) - Bruno Kneubühler 5.Platz (CH) |
![]() |
![]() |
Durch nichts zu erschüttern war der Deutsche
Rolf Minhoff (Foto links außen). Zwar hatte ihm seine Maico gerade im
Stich gelassen und er war ausgefallen, doch das konnte ihm die gute
Laune nicht verderben, nachdem er sich noch mit einer Coke gestärkt
hatte. Als Doppelstarter war er auch noch in der 250 ccm Klasse
unterwegs und erreichte dort einen 14.Rang. Ganz andere Sorgen hatten offenbar die zwei Fräuleins im Bild links. Offenbar konnten sie sich aber über ihre jeweiligen Favoriten einigen, wie die Gesichtszüge erkennen lassen. |
| Am Start zum 250er Rennen hatte sich die Elite dieser
Klasse eingefunden. Wir sehen mit der Nummer 51 Deutschlands Dieter Braun, dann
mit der 63 dem Franzose Michel Rougerie und beide werden gemustert vom Italiener
Walter Villa. |
![]() ![]() ![]() |
Auch der Australier mit der 52, John Dodds, durfte mit einer guten Platzierung rechnen,
wie auch der schon im 125er Rennen auf dem Podest stehende Paolo Pileri
(57) aus Italien. Und
last but not least durfte man natürlich auch (unten rechts) Bruno Kneubühler nicht
vergessen, der immer für einen Podestplatz gut war.![]() ![]() ![]() |
![]() |
Dann war da natürlich auch noch der Japaner Takazumi
Katayama zu nennen, wenn von vorderen Plätzen die Rede war (links).![]() |
| Mächtig ins Zeug legten sich sogleich die
beiden Harley Davidson Fahrer mit der 62, Walter Villa aus Italien und mit der
63, Michel Rougerie aus Frankreich. Während Walter Villa das Rennen als Sieger
beendete, sah der Franzose die Zielflagge nicht. Während der mit der 52 ins Rennen gegangene John Dodds das gleiche Schicksal ereilte wie Michel Rougerie, beendete Rougerie´s Landsmann Patrick Pons den Lauf auf einem tollen 5. Rang. Erwartungsgemäß endete auch das Gastspiel zweier Fahrer, die "ihre Heimat" eigentlich in den kleineren Klassen haben und dort Spezialisten sind: die Rede ist von Harald Bartol aus Österreich (77) und dem Schweizer Stefan Dörflinger(69) - beide fielen im Rennen aus. |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() Groß war die Freude nach dem Zieleinlauf bei Takazumi Katayama, Romy Kneubühler und Bruno Kneubühler (Bild oben). Doch bevor der Japaner den 2. Platz erreicht hatte, musste er noch den Schweden Kent Andersson und einige weitere Fahrer überholen, wahrlich kein leichtes Unterfangen (Bild unten). |
![]() |
Siegerehrung der Klasse bis 250 ccm 1974 beim Grand
Prix in Brno![]() Bruno Kneubühler (4) - Takazumi Katayama (2) - Walter Villa (1) - Dieter Braun (3) - Patrick Pons (5) |
| Das war der erste Teil einer Bilderserie über den Motorrad GP in Brno 1974. Das Copyright für die Bilder liegt ausschließlich beim Autor dieses Berichtes. Der zweite Teil mit der Klasse bis 500 ccm und den Sidecars ist ebenfalls abrufbereit. Falls Ihnen die Berichte gefallen haben, schauen Sie doch einfach mal wieder vorbei oder achten Sie auf die entsprechenden Hinweise auf meiner Rennsport - Startseite, respektive im Archiv, über eventuelle neue Berichte. |