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![]() Bob Brown, Australien - Hans Baltisberger, Deutschland - Helmut Hallmeier, Deutschland |
Zum 45. Todestag von Bob Brown 2005 |
Blickt man zurück auf die Geschichte der
Motorrad-Weltmeisterschaft, so ist die Reihe der Fahrer vom fünften Kontinent, an die man sich erinnert, sehr
lang. Bob Brown gehörte zweifellos zu denen, die schon Mitte der 50er Jahre
dazu beitrugen, dass die Weltmeisterschaft und das Renngeschehen im allgemeinen
nicht mehr allein europäisch dominiert wurden und so erheblich an Interesse und Spannung gewannen.
Seine ersten WM-Punkte erzielte der am 9. Mai 1930 in Sydney
geborene Australier auf einer 500 ccm Matchless 1955 mit einem 5.Platz in
Assen. Dieses Rennen ist vorrangig wegen eines Streikes der unterbezahlten
Privatfahrer in Erinnerung geblieben. Die Unterstützung dieser Aktion durch
Geoffrey Duke und andere Werksfahrer zog eine FIM-Sperre dieser Fahrer für die
erste Hälfte der Saison 1956 nach sich und kostete Duke wahrscheinlich einen
weiteren WM-Titel.Bob Brown zählte zu den in der damaligen DDR besonders populären Fahrern. Ab 1956 waren die Rennen – möglich geworden durch die Aufnahme nun auch des östlichen Teiles Deutschlands in die FIM – international, und er startete regelmäßig hier. Einem Doppelsieg in den Klassen 350 und 500 ccm auf dem „Schleizer Dreieck“ folgte u.a. der 2.Platz in der 250-ccm-Klasse auf dem Sachsenring (es war Hans Baltisbergers letzter Sieg). Den „guten australischen Tag“ komplettierte Keith Bryen, der nur dem Vizeweltmeister dieses Jahres, Walter Zeller und seiner BMW, den Vortritt ließ. 1959 betrat Bob Brown auf dem sächsischen Kurs nochmals das Podium als Zweiter der 350er-Kategorie. Es sollte sein letzter Start in Sachsen gewesen sein. |
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| Bob Brown´s Klasse blieb logischerweise auch den Chefetagen der damals
dominierenden italienischen Werke nicht
verborgen. Zum Saisonauftakt 1957 in Imola war Geoff Duke schwer gestürzt und
fiel absehbar für längere Zeit aus; das Gilera-Team musste ergänzt werden. Bob
wurde als „Duke-Ersatz“ und als Unterstützung von Bob McIntyre sowohl mit der
neuen 350er als auch in der Halbliterkategorie für die T.T. verpflichtet
(Gileras Favorit Libero Liberati „verweigerte“ den Einsatz auf der Isle of
Man!). Das in ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigte er voll mit dritten Plätzen
in der Junior- und Senior T.T.. In letzterer Klasse hatte Bob McIntyre die
„Schallmauer“ der 100-Meilen/h durchbrochen, ein würdiger Beitrag zum 50.
Jubiläum der Tourist Trophy. Mit Liberatis „Rückkehr“ in das Gilera-Team blieb für Bob Brown nur die Rolle des „Unterstützers“ übrig. Ein 5.Platz auf der „Kleinen“ TT in Spa-Francorchamps blieb als zählbares Ergebnis. 1958 und 1959 reihte er sich wieder in die Gilde der Privatfahrer ein. Aus dieser Zeit sind besonders die dritten Plätze über 350 und 500 ccm in der Gesamtwertung der WM 1959 zu erwähnen. Zweite Plätze in Assen und Ulster waren dabei die herausragenden Einzelplazierungen. |
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| Die Japaner waren auf dem Plan erschienen. Nachdem Honda
schon zur T.T. 1959 mit japanischen Piloten durch eine geschlossene Mannschaftsleistung auf sich
aufmerksam gemacht hatte, verpflichtete man nun auch Fahrer aus der
Spitzenklasse der Privatfahrer. Daß Bob Brown und sein Landsmann Tom Phillis
dabei auserwählt wurden, war alles andere als eine Überraschung. Hondas Rennstrategie für 1960 sah – unter Inkaufnahme der reduzierten Chancen auf gute Plazierungen in der Gesamtwertung der WM - den Einsatz von 2 differenten Teams vor. Das erste Team – zu dem auch Bob Brown zählte – sollte die Rennen auf der Isle of Man, in Spa –Francorchamps und Assen bestreiten. Die zweite Mannschaft war für den Einsatz auf der Solitude, in Ulster und in Monza vorgesehen. Bob war dann mit seinem 4.Platz in der Lightweight-T.T. der erste Nichtjapaner auf einer japanischen Maschine, der WM-Punkte erzielen konnte. Sein Motorrad war die 4-Zylinder-Honda – in den Folgejahren unter Mike Hailwood und Jim Redman die Weltmeistermaschine. Im Laufe der Saison erzielte der Australier in den „großen“ Klassen“ , die er weiterhin als Privatfahrer bestritt, gute Plätze, so einen 2. Rang in Assen und 3.Plätze in Clermont-Ferrand sowie Spa-Francorchamps. |
| Vom 22.-24.Juli 1960 fand auf der Solitude der „Große
Preis von Deutschland“ statt. 3 Klassen wurden nur
ausgefahren, darunter die Viertelliterkategorie. Bob, der noch nie vorher auf der Solitude gestartet war, hatte mit seiner Norton für die Halbliterklasse genannt . Ein 250er-Start war für ihn nicht vorgesehen, denn er gehörte ja nicht zum Honda-Team für diesen WM-Lauf. Es kam anders. Honda legte fest, dass Bob anstelle des Japaners Geiichi Suzuki das Rennen bestreiten sollte. Da auch anstelle von Sadao Fukuda Jim Redman starten sollte (er war als „Ersatz“ für den in Assen gestürzten Tom Phillis ins Team gekommen), kann man nur vermuten, dass die Japaner erfahrene Fahrer mit der Wahrnehmung ihrer Interessen auf dem aus ihrer Sicht komplizierten Kurs betrauen wollten. Eine Ironie des Schicksals: der allseits beliebte und geschätzte Australier stürzte in der ersten Runde des Trainings am 23.Juli 1960 im Streckenabschnitt Mahdental so schwer, dass er wenige Stunden später im Stuttgarter Marienhospital starb. Er war nur 30 Jahre alt geworden. |
| Text: Frank Bischoff - Fotos: Frank Bischoff, Rolf Eggersdorfer |
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