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![]() Bill Doran TT 1953 © : Keith Bryen |
Die AJS 500......ein ungewöhnliches |
![]() AJS Werksbikes 1953 Spa/Francorchamps © : Keith Bryen |
![]() AJS "Boy Racer 350 ccm AJS 2-Zylinder 500 ccm ![]() |
Bei meinem Rundgang durch das
Stuttgarter Solitude-Fahrerlager anlässlich des Motorrad-WM-Laufes im Sommer
1954 fiel mir eine Rennmaschine besonders auf: Die 500er Zweizylinder AJS mit
ihrem ungewöhnlichen Tank. Bei diesem Großen Preis von Deutschland blieben AJS-Erfolge in
der Halbliterklasse aus. AJS-Werksfahrer Rod Coleman aus Neuseeland erzielte
aber 1954 beim Ulster-Grand-Prix hinter dem tollkühnen Norton-Mann Ray Amm
(Rhodesien) einen beachtlichen zweiten Platz, konnte allerdings kein einziges 500er
Rennen in der Saison 1954 gewinnen. Auch seine britischen Stallgefährten Derek
Farrant und Bob McIntyre blieben größtenteils erfolglos. Als im Jahr 1949 die Geschichte der Motorrad-Weltmeisterschaft begann, war es ein AJS-Werksfahrer, der Brite Leslie Graham, der in der 500er Klasse den Titel erkämpfte. Nach diesem Championat gab es für das Londoner Werk noch vereinzelte Renn-Erfolge, aber keine erneute Weltmeisterschaft. Nach der Saison 1954 zog sich AJS werksseitig aus der 500er Klasse zurück. In dem gezeigten Rennmotorrad arbeitete ein um 45 Grad geneigter Parallel-Zweizylinder Viertaktmotor. Der Antrieb der zwei obenliegenden Nockenwellen erfolgte über Strirnräder. Bei 7500 U/min erreichte der Motor allerdings nur 54 PS, und das war zu wenig, um gegen die Konkurrenz der englischen Norton, der italienischen Gilera, Moto Guzzi und MV Agusta zu bestehen. Im höchsten Gang des Viergang-Getriebes kam das Motorrad auf reichlich 200 km/h. |
![]() Hans Baltisberger 1953 Rod Coleman 1954 ![]() |
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Der AJS-Motor saß in einem
Doppelschleifen-Rahmen. Sehr gut war die Straßenlage aufgrund der niedrigen
Bauart mit den 19 Zoll-Rädern. Die Maschine verfügte über eine Vorderrad-Teleskopgabel
und Schwingarm-Federbein-Hinterradfederung. Auch die 350er Soloklasse beschickte AJS bis Ende 1954 mit Werksmaschinen. Es waren Einzylinder Motorräder mit kettengetriebener obenliegender Nockenwelle. Mit einer solchen Maschine gewann Rod Coleman 1954 die Englische Tourist Trophy, und auf der Solitude holte er hinter Ray Amm den zweiten Platz. Eine glückliche Hand hatten die AJS-Konstrukteure bei der Entwicklung der 350er Einzylinder Rennmaschine für das große Feld der Privatfahrer. Dieses Motorrad mit dem Namen „Boy Racer“ verbesserten die AJS-Leute von Jahr zu Jahr immer weiter. Zuletzt leistete der Motor 41 PS bei 7800 U/ min. Nahezu zwei Jahrzehnte war die AJS unter Privatfahrern das beliebteste Rennfahrzeug der 350er Klasse. In Deutschland starteten die bekannten Rennpiloten Hans Baltisberger, Hans-Günter Jäger, Fritz Kläger, Walter Knoch, Kurt Knopf und Werner Mazanec mit Erfolg auf diesem Motorrad. |
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